Audio-Technica AT2035 an AudioBox GO und iPad: 11–52 V Phantomspeisung und ein Datenblatt, das das falsche Mikrofon nennt
Das AT2035 läuft mit 11 bis 52 V, das AT2020 will 48 V. Audio-Technicas eigenes AT2035-Datenblatt schreibt den weiten Bereich dem AT2020 zu, das AT2020-Datenblatt widerspricht dem. Die Kette selbst braucht 32 dB von den 50 dB der AudioBox GO.
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Aufnahme-Konfiguration
BESTANDEN: ausgewogene Signalkette
Benötigt mindestens +60dB saubere Verstärkung. Budget-Schnittstellen benötigen einen Inline-Vorverstärker.
Der Vorverstärker des Interfaces bietet genug Reserve.
$538
$405
-25%Klangliche und akustische Eigenschaften: Flacher, breiter Frequenzgang für saubere Musik und Sprache. Warmer, natürlicher Klang.
Technischer Hinweis: Kann anspruchsvolle Mikrofone wie das SM7B nativ antreiben.
Verkabelung und Anschlüsse
Shure SM7B
Direct Cable Connection (No Intermediate Box)
1x Shielded Balanced XLR Cable (3-Pin XLR Male to XLR Female)
Focusrite Scarlett Solo (Gen 4)
Host: Apple MacBook Pro (M1/M2/M3/M4)
Kurze Antwort: Diese Kette funktioniert mit 18 dB Reserve am Vorverstärker, und das AT2035 gehört zu den wenigen Kondensatormikrofonen, denen es egal ist, ob die Phantomspeisung wirklich 48 V erreicht.
Die Zahlen. Bei normaler Sprechlautstärke von 85 dB SPL legt die Empfindlichkeit von −33 dBV/Pa −39,8 dBu auf das Kabel. Die AudioBox GO klippt bei +10 dBu, für −18 dBFS muss der Vorverstärker also 32 dB von seinen 50 dB liefern. Das Interface zieht 2,5 W aus dem 7,5-W-USB-C-Port des iPads — ein aktiver Hub ist nicht nötig.
Warum der Spannungsbereich hier zählt. Audio-Technica druckt in der AT2035-Tabelle: Phantom power requirements — 11-52V DC, 3.8 mA typical. In der AT2020-Tabelle steht 48V DC, 2 mA typical. Ein busgespeistes Interface baut seine Phantomschiene aus 5 V USB auf, und günstige Geräte landen bei gut 40 V oder darunter. Das AT2035 ist genau dafür spezifiziert. Das AT2020 nicht.
Zwei Dokumente eines Herstellers, ein Mikrofon, zwei Antworten. Im AT2035-Datenblatt heißt es unter Operation and Maintenance: „The AT2020 requires 11V to 52V phantom power for operation.“ Drei Absätze früher steht auf derselben Seite korrekt: „The microphone requires 11V to 52V phantom power for operation.“ Das eigene AT2020-Datenblatt sagt dagegen: „The AT2020 requires 48V phantom power for operation“, und die Tabelle bestätigt das. Das AT2035-Blatt behauptet über das AT2020 also etwas, das das AT2020-Blatt widerlegt. Die AT2035-Angabe ist im eigenen Dokument zweifach belegt und wird hier verwendet.
Die Perle. Die Spannungszeile liest jeder, die Stromzeile daneben fast niemand. Das weitbereichige AT2035 zieht 3,8 mA, das auf 48 V festgelegte AT2020 nur 2,0 mA — fast die Hälfte. Eine schwache Phantomschiene bricht unter Stromentnahme zusammen, nicht unter einer Spannungsforderung. Das Mikrofon, das eine kraftlose Speisung erträgt, belastet sie also am stärksten. Es rettet sich durch Toleranz, nicht durch Sparsamkeit. Wer zwei Kondensatormikrofone an einem busgespeisten Interface betreibt, kann an diesem Zahlenpaar ablesen, welche Kombination zuerst einbricht.
Zu tun: ein XLR-Kabel, +48 V an, Gain um 32 dB. Ist die Phantomspeisung hörbar schwach, meldet sich das AT2035 durch dünnen Klang statt durch Stille — so verhält sich ein Mikrofon, das bis 11 V hinunter spezifiziert ist.