Sony MDR-MV1 am EVO 4: laut genug und trotzdem der falsche Ausgang
24-Ohm-Hörer an einem veröffentlichten Ausgangswiderstand von bis zu 50 Ohm: Der Pegel liegt trotzdem 4,3 dB über dem Ziel, aber das Verhältnis ist 0,5 statt der geforderten 8. Dieses Versagen findet die Frage «ist es laut genug» nie.
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Verkabelung und Anschlüsse
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1x Shielded Balanced XLR Cable (3-Pin XLR Male to XLR Female)
Focusrite Scarlett Solo (Gen 4)
Host: Apple MacBook Pro (M1/M2/M3/M4)
Pegel: in Ordnung, 114,3 dB gegen ein Ziel von 110 dB. Dämpfung: 0,5 statt der geforderten 8. Das Urteil hier hat nichts mit Lautstärke zu tun.
Sony gibt den MDR-MV1 mit 24 Ohm und 100 dB/mW an, also 116,2 dB/V — eine 110-dB-Spitze braucht nur 0,49 V, 10 mW, 20,41 mA. Audient nennt für den EVO 4 +10,1 dBu an 600 Ohm, also 2,48 V, und veröffentlicht ungewöhnlicherweise auch einen Ausgangswiderstand: «<50 Ohm». Diese 50 Ohm bilden mit den 24 Ohm des Hörers einen Spannungsteiler, sodass von den 2,48 V nur 0,804 V am Treiber ankommen. Das liegt immer noch 4,3 dB über dem, was der MV1 braucht — genau deshalb überlebt dieses Problem jeden «wird es laut genug»-Thread.
Was das Verhältnis 0,5 anrichtet. Die Impedanz eines dynamischen Hörers ist nicht flach: Sie hat bei der Bassresonanz des Treibers eine Spitze, oft ein Vielfaches des Nennwerts. Speist man ihn aus einer Quelle vergleichbarer Impedanz, lässt der Teiler genau dort mehr Spannung durch, wo die Impedanz am höchsten ist — der Bass steigt und wird schwammig. Die 1/8-Regel verlangt für diesen 24-Ohm-Hörer höchstens 3 Ohm. 50 Ohm sind das Sechzehnfache.
Die Perle: der EVO 4 verliert an seinem eigenen Ausgangswiderstand mehr, als ihn vom größeren Bruder trennt. Audients iD4 MkII nennt 5,46 V — 6,86 dB mehr als die 2,48 V des EVO. Der 50-Ohm-Teiler kostet an 24 Ohm aber 9,78 dB, mehr als der gesamte Abstand zwischen den beiden Geräten. Bei niederohmigen Hörern ist der Ausgangswiderstand die größere Zahl — und die, die fast niemand liest.
Und die ehrliche Asymmetrie. Der EVO 4 sieht hier nur deshalb schlecht aus, weil Audient die Zahl veröffentlicht hat. Für den iD4 MkII gibt es gar keinen Ausgangswiderstand: Wir können nicht sagen, ob er unter 3 Ohm bleibt, können dasselbe Problem nicht ausschließen und dürfen die Klangbalance nicht für sicher erklären — nur, dass seine 5,46 V den Pegel auf 130,9 dB bringen, also 20,9 dB Reserve, die niemand braucht. Eine veröffentlichte schlechte Zahl ist mehr wert als eine fehlende gute. Dieselben 50 Ohm stehen im Handbuch des Focusrite Scarlett 2i2 4th Gen, mit identischem Bild: 114,2 dB Pegel, Verhältnis 0,5.